1 Eh 3- Güterzuglokomotive 44 1614,
Maßstab 1:15
Foto Th.Backmann
Die schwere Güterzuglokomotive 44 1614, Hersteller Krenau , 1943 fertiggestellt unter der Fabriknummer 1102, lernte ich Ende der achtziger Jahre kennen. Da war sie bereits wieder auf Rostfeuerung zurückgebaut, nachdem die Lok von 1964 bis 1983 über eine Ölhauptfeuerung verfügte. Mit stillgelegtem Innentriebwerk, jedoch fahrbereit, diente die Lok im BW Engelsdorf als mobile Heizlok. Ihr Zustand war, verglichen mit anderen Heizloks, relativ gut und so eroberte die Maschine mein Interesse.
44 1614 als Heizlok auf der Drehscheibe des BW Engelsdorf
Die folgenden Fotos dokumentieren den Zustand der Maschine gegen1990, aufgenommen im BW Engelsdorf.
Fotos Th.Backmann

Trotz stillgelegtem Innentriebwerkes war 44 1614 im Sommer 1989 Gast auf einem Bahnhofsfest in Wurzen. Fotos Th.Backmann
Als nach 1990 der Einsatz als Dampfspender entfiel, verschwand die Lok auf irgendwelchen Abstellgleisen. Auf einem Dampflokfest in Staßfurt sah ich sie dann 1994 zum letzten mal mit eigenen Augen. Nun befand sich die 44er in einem erbärmlichen Zustand und ich ahnte, dass dies unser letztes Zusammentreffen sein sollte. Eine ausgediente schäbige Mappe für Einsatzzettel und ein Stück Steinkohle von der Tenderbühne erinnern mich noch heute an den traurigen Abschied. Nach Abstellung in Meiningen ging die 44 1614 nach Österreich, wo sie bei der ÖGEG in Ampflwang auf eine ungewisse Zukunft schaut.

44 1614 in Meiningen abgestellt, Mai 1996
Doch an all das war 1987, als der Bau des Modells in die heiße Phase ging, noch nicht zu denken. Ein Modell sollte entstehen, an dem man lernen konnte, wie eine Dampflokomotive aufgebaut ist und wie sie funktioniert. Das Buch "Baureihe 44" vom transpress VEB Verlag Berlin bildete die Basis, hier fand ich ausreichend Material an technischen Zeichnungen und Detailfotos sowie ausführlichen Textpassagen. Beim angestrebtem Maßstab von 1:15 würde die Gesamtlänge ca. 1,55m betragen, ohne Tender immer noch 92 cm.
Das Budget sollte hierbei so klein wie möglich gehalten werden, das heißt, die zu verbauenden Materialien sollten weitestgehend vorhanden sein. Gekauft wurde lediglich Messingblech für die Hauptbauteile Kessel und Führerhaus, Sperrholz für den Rahmen, diverse Kleber und Suralin für die Radreifen. Sonstiges Material kam aus der eigenen Vorratshaltung, wie verschiedene Drähte, Blech von Konservendosen, Pertinaxplatten und andere verarbeitbare Dinge. So bestehen zum Beispiel Regler -und Speisedom aus Plaste-Kindertrinktassen , die Enden der Hauptluftbehälter aus Ü-Eiern und die Waschluken am Kessel aus Spielzeugsteinchen. Wichtig war mir hierbei wie immer die Funktionalität der einzelnen Baugruppen, so kann man beim Auslegen der Steuerung erkennen, wie sich dabei die Stellung der Schieber verändert, die Rauchkammertür kann geöffnet werden, ebenso die beiden Sandkästen, die Marcotty-Feuertür und die Seitenscheiben des Führerhauses. Leider muß die Lok ohne ihren 34er Tender auskommen, dessen Bau wurde erst mangels an Elan hinausgeschoben, dann war in der Wohnung kein Platz mehr für Lok und Tender verfügbar.

Frontansicht, gut erkennbar ist das Innentriebwerk und die Pumpen, auf der rechten Seite die Luftpumpe, links die Speisepumpe. Die Dampfstrahlpumpe befindet sich auf der Heizerseite im Führerhaus.Foto und folgende Th.Backmann

Die linke Lokseite. Zwischen Rahmen und Kessel über der Treibachse die beiden Hauptluftbehälter.

Und das Ganze von rechts. Die zweite Kuppelachse ist die vom Innenzylinder angetriebene Kropfachse, daher weicht hier die Stellung des Gegengewichts gegenüber denen der restlichen Kuppelachsen ab.

Blick ins Führerhaus auf den Lokführerplatz mit dem Handrad der Steuerung.

Die Unterseite, das Krauss-Helmholtz-Lenkgestell mit der Rückstellvorrichtung, die Kropfachse mit Treibstange und das Bremsgestänge. Unten an den Zylindern die Zylinderhähne.
Seit Oktober 2017 dient meine 44er als Deko in den Räumen der "TBE" Leipzig -Engelsdorf